Junger Mann Schmerzen in der Brust

Was genau sind Angst- oder Panikattacken?

Angst kennt jeder, aber Panikattacken sind etwas ganz anderes, denn sie sind in der Regel unbegründet. Ohne jeglichen Grund verfällt man plötzlich in Angst und will einfach nur weg von dem Ort an dem man sich gerade befindet. Der Körper beginnt zu schwitzen, das Herz beginnt schnell zu schlagen und der Blutdruck steigt. Unter gelegentlichen Panikattacken leiden mehr als die Hälfte der Bevölkerung, auch wenn es vielen vielleicht nicht bewusst ist, weil es so selten auftritt. Bei vielen Menschen tritt das aber auch wesentlich häufiger auf, sie begeben sich in ärztliche Behandlung und werden mit Medikamenten versorgt, die nicht immer zum Erfolg und somit zur Linderung der Beschwerden beitragen. Diese Panikattacken treten meist aus heiterem Himmel und unerwartet auf und können die Betroffenen daher jederzeit und überall erwischen.

Welche Symptome deuten auf Panikattacken hin?

symptomeEs gibt viele Angst und Panikattacken Symptome, einige davon sind zum Beispiel ein außergewöhnlich trockener Mund, Herzrasen, Atemnot, Übelkeit oder Schwindel, aber auch das Gefühl am falschen Ort zu sein und Angst vor komplett ungefährlichen Dingen oder Orten. Für sich allein müssen diese Symptome nichts bedeuten, aber wenn sie gehäuft und zusammen auftreten sind sie ein sicheres Zeichen für Panikattacken. Oft treten Angstzustände in Verbindung mit bestimmten Phobien oder Ängsten auf, zum Beispiel der Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen) oder dem anderen Extrem, der Agoraphobie (Angst vor großen, freien Plätzen die keinerlei Schutz bieten.) Oftmals merken die Betroffenen das nicht sofort, denn man versucht unbewusst, solche Situationen zu vermeiden, zum Beispiel indem man Plätze nicht direkt überquert oder einen Umweg in Kauf nimmt, um nicht durch eine enge Gasse gehen zu müssen. Mit der Zeit und unter fachkundiger Hilfe eines Arztes kann man jedoch den Grund dieser Angstzustände oftmals eingrenzen und feststellen, ob und wie man dagegen vorgehen kann.

Was können Sie selbst tun?

schnellehilfetueteDer wichtigste Schritt ist, sich erst einmal überhaupt darüber klar zu werden, dass man ein Problem hat und sich dann Hilfe zu holen. Trauen Sie sich ruhig, einen Arzt um Hilfe zu bitten, denn wie eingangs erwähnt leiden nicht gerade wenige Menschen an Panikattacken und das Problem ist allgemein als psychische Krankheit anerkannt. So müssen Sie keine Abweisung fürchten, was viele Betroffene mit psychischen Krankheiten oftmals von einem Arztbesuch abhält.

Wenn Sie einmal – Mit Hilfe eines Arztes – herausgefunden haben, was der Grund für Ihre Angstzustände ist, können Sie einiges tun um diese so weit wie möglich einzuschränken und zu vermeiden. Wenn der Arzt Ihnen zum Beispiel eine Agoraphobie bescheinigt kann es helfen, seine Routen im Vorweg zu planen und große, weitläufige Plätze zu vermeiden. Das sollte schon einen großen Teil der Angst und Panik nehmen und wenn man doch mal nicht daran vorbeikommt, kann man oftmals am Rand des Platzes entlanggehen statt ihn zu überqueren und so verhindern, dass die Panikattacken auftreten.

Wenn es möglich ist kann es auch helfen, bestimmte Wege immer in Begleitung zurückzulegen, was natürlich nicht immer möglich ist, aber die Situation erheblich erleichtern kann.
Viele Betroffene verlassen nach einer Weile nicht mehr das Haus, lassen sich Lebensmittel und andere Gegenstände des täglichen Bedarfs nach Hause liefern und treffen sich nicht mehr mit Freunden, weil Sie befürchten von einer Panikattacke erfasst zu werden. All das kann aber keinesfalls eine (langfristige) Lösung sein, denn man darf nicht sein gesamtes Leben auf die etwaigen Panikattacken ausrichten, weil Sie dann garantiert auftreten. Eine der Hauptursachen für Panikattacken ist auftretender Stress, der ganz unweigerlich auftritt, wenn man sich ständig Sorgen darüber macht, ob und wann die nächste Panikattacke auftreten könnte.

Außerdem sollten Sie einmal genau nachdenken, ob Sie diese Panikattacken schon immer hatten oder ob sie vielleicht mit der Einnahme eines bestimmten Medikamentes zusammenhängen könnten. Denn manche Präparate können Panikattacken als Nebenwirkung auslösen oder eine bestehende Neigung dazu verstärken. Auf keinen Fall jedoch sollten Sie Medikamente eigenständig absetzen, ohne Rücksprache mit einem Arzt gehalten zu haben. Stattdessen sollten Sie den Arzt aufsuchen, der Ihnen das Medikament verschrieben hat, das Sie in Verdacht haben, und ihn bitten, zu prüfen ob es sich bei Ihren Panikattacken um eine Nebenwirkung des Medikamentes handeln könnte. Falls das der Fall ist müssen Sie gemeinsam mit dem Arzt eine Lösung für das Problem finden und nach einem alternativen Medikament für Ihre Erkrankung suchen.

Was können Sie mit Hilfe anderer gegen die Panikattacken tun?

panikattackentherapieVerwandte als Helfer

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Ihnen von anderen Menschen geholfen werden kann. Zum Beispiel können Psychotherapeuten mit verschiedenen Methoden Abhilfe schaffen. Aber auch eingeweihte Verwandte und Freunde sind immer eine verlässliche und schnelle Hilfe bei Panikattacken und Angstzuständen. Doch zunächst ein Paar Worte über die Therapiemöglichkeiten.

Psychoterapeuten.

Ein großer und wichtiger Teil dabei ist die so genannte Konfrontationstherapie, bei der sich die Betroffenen ihren Ängsten stellen und lernen zu erkennen, das in Wirklichkeit gar kein Gefährdungspotenzial  besteht und es sich nur um irrationale Reaktionen ihres Körpers handelt. Es ist dabei wichtig, dass ein fachkundiger Therapeut dabei anwesend ist, um zu erkennen, bis zu welchem Zeitpunkt die Konfrontation noch hilfreich ist, bevor die Angst überwältigend wird und die Therapie eher hinderlich ist.

Das Ziel dieser Konfrontationen ist dem Betroffenen nicht unbedingt die Angst zu nehmen, sondern eher zu zeigen, dass man mit dieser Angst umgehen kann und so trotzdem seinen Alltag bewältigen kann. Denn wie schon erwähnt darf es keinesfalls dazu kommen, dass man sich nicht mehr aus dem Haus traut, denn das mag zwar kurzfristig helfen, langfristig verstärkt es die Probleme und Panikattacken jedoch nur. Wenn Sie einen guten Freund bitten, mit Ihnen zusammen Ihren Ängsten gegenüber zu treten können Sie auch mit diesem zusammen zum Beispiel über einen großen Platz trinken und vielleicht einfach einen gemütlichen Kaffee trinken, um wie andere Menschen auch zu erkennen, dass es nichts schlimmes ist, mitten auf einem großen Platz zu stehen. Sorgen Sie einfach dafür, dass Sie der Person vertrauen können, dann können Sie wesentlich beruhigter solche Experimente wagen und wissen, dass Ihnen notfalls jemand helfen kann.

Und denken Sie immer daran: Panikattacken sind nichts schlimmes und man kann lernen mit ihnen umzugehen!